Manche Rezepte sind einfach mehr als nur Rezepte. Dieser Russische Zupfkuchen gehört für mich definitiv dazu. Er ist der absolute Lieblingskuchen meines Partners – und seit 2017 fester Bestandteil seines Geburtstags.
Jedes Jahr im September backe ich ihn am Tag vor seinem Geburtstag. Nicht nur, weil er sich gut vorbereiten lässt, sondern vor allem, weil er über Nacht wunderbar durchziehen und richtig schön durchkühlen soll.
Das funktioniert auch fast immer. Bis auf dieses eine Mal, als mein Partner noch in der Nacht über seinen frisch gebackenen, eigentlich noch warmen Geburtstagskuchen herfiel. Viel blieb davon nicht übrig. Aber gut – es war schließlich sein Kuchen! 😄
Angefangen habe ich damals mit einem klassischen Rezept. Später habe ich auf vegane Rezeptalternativen aus dem Internet zurückgegriffen. Und was soll ich sagen? Geschmacklich steht die vegane Version dem Original in nichts nach. Dieses Rezept ist inzwischen seit Jahren erprobt, vielfach gebacken und nicht nur bei meinem Partner ausgesprochen beliebt.
Das Schöne daran: Der Zupfkuchen lässt sich ganz entspannt am Vortag zubereiten. Wenn Gäste kommen, ist das Dessert also schon fertig und wartet gut gekühlt auf seinen Einsatz. Und falls ihr euch fragt, welchen Kuchen sich mein Partner außerhalb seines Geburtstags wünscht: genau diesen. Jedes Mal. 💚
Allergene
Enthält Gluten (Weizen) und Soja bei Verwendung des genannten Skyrs auf Sojabasis. Weitere Allergene und mögliche Spuren hängen von den verwendeten Produkten ab. Bitte insbesondere bei Margarine, Puddingpulver und Ersatzprodukten die Zutatenliste und Allergenkennzeichnung prüfen.
Auf einen Blick
🍽️ Menge: 1 Kuchen, Springform Ø 28 cm
🕒 Vorbereitung: ca. 30 Minuten (Richtwert)
🔥 Backzeit: ca. 60–65 Minuten bei 170 °C Ober-/Unterhitze
❄️ Ruhezeit: vollständig auskühlen lassen und mehrere Stunden kühlen, idealerweise über Nacht
Schwierigkeit: einfach bis mittel
Besonderheit: lässt sich ideal am Vortag vorbereiten
Zutaten
Für den Schokoladenteig
- 300 g Weizenmehl
- 180 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
- 15 g Backpulver (1 Päckchen)
- 50 g ungesüßtes Kakaopulver, bevorzugt Bensdorp
- ¼ TL Salz
- 200 g vegane Margarine, bevorzugt Alsan
Für die cremige Füllung
- 800 g Alpro Skyr Vanille (2 Becher à 400 g)
- 150–200 g Zucker, nach gewünschter Süße
- 2 Päckchen Vanillepuddingpulver (je 37 g, zum Kochen)
- Ca. 30 g frisch gepresster Zitronensaft (ca. 1 Zitrone)
- Optional: etwas fein abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
- 100 g vegane Margarine, bevorzugt Alsan
Außerdem: etwas Margarine zum Einfetten des Springformrandes und Backpapier für den Boden.
So gehst du vor
1. Schokoladenteig vorbereiten
Mehl, Zucker, Vanillezucker, Backpulver, Kakao und Salz in einer großen Schüssel gründlich vermischen. Die 200 g Margarine hinzufügen und alles mit den Händen oder den Knethaken eines Mixers zu einem glatten, gleichmäßigen Schokoladenteig verkneten.

Ungefähr 500 g Teig für Boden und Rand abteilen. Den übrigen Teig (etwa 250 g) für die Zupfen oder Dekoration beiseitestellen.
2. Springform vorbereiten
Backpapier auf den Boden einer Springform (Ø 28 cm) legen und erst danach den Rand einspannen. Das überstehende Papier außen abschneiden. So lässt sich der vollständig ausgekühlte Kuchen später leichter vorsichtig auf eine Kuchenplatte schieben.

Mit einem Stück des abgeschnittenen Backpapiers die Innenseite des Springformrandes mit etwas Margarine einfetten. Diesen schnellen, sauberen Trick habe ich von meiner Mommo (Omi) übernommen – ganz ohne Backpinsel. Übrige saubere Papierstücke hebe ich gerne für ähnliche Zwecke auf.

3. Boden und Rand formen
Die größere Teigportion auf dem Springformboden verteilen und einen Teil davon an den Seiten zu einem ungefähr 2,5 cm hohen Rand hochziehen. Alles gleichmäßig festdrücken, besonders am Übergang zwischen Boden und Rand.

Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
4. Cremige Füllung zubereiten
Die 100 g Margarine vorsichtig schmelzen und etwas abkühlen lassen: Sie soll flüssig, aber nicht heiß sein. Die Zitrone auspressen. Skyr, Zucker, Zitronensaft, gegebenenfalls Zitronenschale und die geschmolzene Margarine in einer großen Schüssel mit den Rührhaken des Mixers verrühren. Das Vanillepuddingpulver hinzufügen und gründlich zu einer möglichst glatten, klümpchenfreien Masse verrühren. Auf den Schokoladenboden gießen und gleichmäßig verteilen.
5. Zupfen und dekorieren
Vom übrigen Schokoladenteig kleine Stücke abzupfen, etwas flach drücken und auf der Füllung verteilen. Oder den Teig als Streusel, Herzen, Figuren, Zahlen oder Buchstaben gestalten – der Geschmack bleibt derselbe. Auf dem fotografierten Kuchen habe ich einen breiten Ring aus Teigzupfen am Rand und ein großes Herz in der Mitte geformt.

6. Backen
Auf der mittleren Schiene ungefähr 60–65 Minuten backen. Die genaue Zeit hängt vom Ofen ab. Die Füllung soll weitgehend gestockt sein; in der Mitte darf sie beim Herausnehmen noch leicht wackeln.
7. Auskühlen und durchkühlen lassen
Den Kuchen zunächst im ausgeschalteten, leicht geöffneten Backofen und anschließend bei Raumtemperatur vorsichtig auskühlen lassen. Erst nach dem vollständigen Auskühlen die Springform entfernen. Anschließend mehrere Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank durchkühlen lassen. Das ist wichtig für den Geschmack und eine gut schneidbare Konsistenz.
Tipps & Variationen
Der richtige Kakao: Bensdorp ist meine persönliche Empfehlung. Ich habe verschiedene Kakaosorten ausprobiert, aber geschmacklich kommt für mich keine ganz daran heran. Ein anderes hochwertiges, ungesüßtes Backkakaopulver funktioniert ebenfalls.
Die Margarine: Mit Alsan habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Gerade der Schokoladenteig lässt sich damit besonders gut verkneten und verarbeiten.
Füllung variieren: Alpro Skyr Vanille ist meine bewährte Variante. Auch veganer Vanille-Sojaghurt, Alpro Skyr Natur, Sojaghurt Natur oder veganer Quark eignen sich. Bei ungesüßten Naturprodukten die Zuckermenge nach Geschmack anpassen. Je nach Konsistenz kann das Ergebnis variieren; dünnflüssige Alternativen gegebenenfalls vorher gut abtropfen lassen.
Kreative Dekoration: Ob klassische Zupfen oder ein persönliches Motiv: Die Oberfläche bietet Platz für eigene Ideen, zum Beispiel ein Herz oder eine Geburtstagszahl.
Ideal zum Vorbereiten: Möglichst am Vortag backen und über Nacht kühlen. So ist der Kuchen schon fertig, wenn die Gäste kommen – vorausgesetzt, niemand entdeckt ihn vorher. 😄

